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Risikokommunikation zur Nanobiotechnologie (Forschungsprojekt, 2007)

Im Jahr 2007 veranstaltete das Institut TTN durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Klausurwochen zum Thema „Nanobiotechnologien im interdisziplinären Diskurs“ und arbeitete dabei eng mit folgenden Kooperationspartnern zusammen:

Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl für Ethik der Theologischen Fakultät der Georg-August Universität Göttingen

Prof. Dr. Markus Huppenbauer, Geschäftsführer des Universitären Forschungsschwerpunkts Ethik der Universität Zürich

Prof. Dr. Armin Reller, Lehrstuhl für Festkörperchemie im Institut für Physik, Universität Augsburg

Bio- und Nanotechnologien im 21. Jahrhundert

Die Bio- und Nanotechnologien gehören zu den zukunftsträchtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts. An der Schnittstelle zwischen der belebten und der unbelebten Natur bildet sich gegenwärtig im Zuge der Miniaturisierung eine neue Technologie heraus, die geeignet ist, biologische Funktionseinheiten in grundlegender Hinsicht zu verstehen sowie funktionale Bausteine im nanoskaligen Maßstab unter Einbeziehung technischer Materialien, Werkzeuge und Grenzflächen kontrolliert zu erzeugen.

Die öffentliche Wahrnehmung

In der öffentlichen Wahrnehmung verbinden sich mit der Nanotechnologie sowohl Erwartungen vielfältiger ökonomischer, medizinischer und ökologischer Nutzungspotenziale, als auch z.T. diffuse Ängste, die sich vor allem an den Selbstorganisationseffekten und der mangelnden Formstabilität von Nanopartikeln in unterschiedlichen Wirkungszusammenhängen festmachen.
Angesichts fehlender Kenntnisse über längerfristige Wirkungszusammenhänge außerhalb von Laborbedingungen avanciert diese Technologie deshalb heute zunehmend zur „Risiko-Technologie“.

Ziele des Projektes

Die Klausurwochen verfolgten das Ziel, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, die Grundprinzipien und Anwendungsbereiche der Nanobiotechnologie besser kennen zu lernen, die Risikodimension in rechtlicher, ethischer und sozialer Hinsicht sachgerecht beschreiben zu können, „Risikokommunikation“ als Kommunikation von Risikowahrnehmung verstehen und dialogisch führen zu lernen.

Gefragt wurde nach der Rolle des Wissenschaftlers/der Wissenschaftlerin als gesellschaftspolitische Akteure. Dazu wurden sowohl NachwuchswissenschaftlerInnen aus den Bereichen (Bio)Physik, Chemie, Medizin und Ingenieurwissenschaften als auch Recht, Philosophie, Theologie, Sozial- und Politikwissenschaften eingeladen.

Anhand aktueller Forschungs- und Anwendungsfelder wurden die entsprechenden disziplinären Fragestellungen vorgestellt und die zu Tage tretenden unterschiedlichen normativen Orientierungen eruiert. Im Vordergrund stand dabei der Aspekt, wie die für den Risikodiskurs zentrale Grenze zwischen ‚Noch-Nicht-Wissen’ und prinzipiellem ‚Nicht-Wissen’ bestimmt werden kann, und welche Verfahren der rechtlichen und ethischen Regulierung der Nanobiotechnologie für eine konstruktive Kommunikation über deren Chancen und Risiken geeignet sind.

Publikation

Busch, Roger J. (Hg.): „Nano(bio)technologie im öffentlichen Diskurs.“ Herbert Utz Verlag, München 2008.